Von Kercoz nach Primel-Trégastel

Die letzte Nacht habe ich einem sehr charmanten Hotel, das von zwei Frauen geführt wird übernachtet. Sie haben extra für mich ein Nachtessen gekocht. Poulet an einer feinen Sauce mit viel Knoblauch (ist egal, bin ja alleine im Zimmer) und Pommes de Terre und Salat. Dazu ein Gläschen Rotwein und zum Dessert eine köstliche Tarte Tartin.

Am Morgen als ich dann runterkam um zu frühstücken, war die Türe zum Restaurant und Reception geschlossen. Ich versuchte mal ob der Zimmerschlüssel auch hier passt – tat er natürlich nicht. Offenbar waren alle Hotelgäste über Nacht eingeschlossen worden! Was wäre jetzt bei einem Brand gewesen? Ein Fenster gab es hier unten nicht. Neben der verschlossenen Türe hatte es einen Feuerlöscher, aber ob der funktioniert hätte, bezweifle ich. Allerdings um die Türe einzuschlagen hätte man ihn sicher gebrauchen können. Nach mehrmaligem Klopfen kam dann la Madame und hat sich sehr entschuldigt: Je suis vraiment désolée.

Ob das wohl ein Versehen war oder schliessen sie ihre Gäste jede Nacht ein? Um das zu klären, waren meine französisch Kenntnisse leider nicht gut genug.

Dafür wurde ich dann mit einem reichhaltigen und liebevoll zubereitetem Zmorge belohnt.

Heute ist Halbzeit – vor genau 4 Wochen bin ich gestartet. 25 Etappen und rund 300 km liegen hinter mir. 300 km tönt nicht nach sehr viel, mir kommt‘s aber wie 1‘000 km vor. Die heutige Etappe, bisher die längste, war 27 km und hatte ein bemerkenswertes Höhenprofil! Die ersten 13 km konnte ich in einem zügigen Tempo angehen und so hatte ich nach 3 Stunden bereits die Hälfte der Strecke geschafft.

Das war mal ein Thermalbad
Bucht bei Locquirec
Der GR34 führte über einen Campingplatz. Es waren alle gerade am petit déjeuner.
Die ganze Bucht ein Campingplatz!

Dann ging‘s aber los Klippen rauf und runter, zwischendurch immer mal eine Kletterpartie. Und so hatte ich für die zweite Hälfte 5 Stunden. Was mich immer wieder erstaunt egal wie lange eine Etappe ist 15 km, 20 km oder eben 27 km die letzten 3 bis 4 km sind immer die schlimmsten und kommen einem dreimal so lang vor.

Da geht’s wieder mal ziemlich runter!
Und dort drüben den Hang hinauf.
Manchmal war der Weg ganz schön zugewachsen.
Dann musste man wieder über Holzstämme …
…. oder durch den Sumpf.

Landschaftlich war es wie gestern – steile Klippen – rauschendes Meer und immer wieder mal eine ruhige Bucht mit einem schönen Sandstrand.

Seit heute bin ich im Département du Finistère unterwegs. Es ist das westlichste kontinentale Département Frankreichs. Bereits in römischer Zeit bekam es den Namen Finis Terrae – Ende der Erde. Wenn man so am Rand der Klippen steht und in die Ferne schaut, könnte man schon meinen das sei das Ende der Welt.

Übrigens habe ich heute zweimal erfolglos versucht eine Bananen Schale die Klippen runterzuwerfen. Der Wind hat sie jedoch jedes mal wieder zurückgeworfen. 😂

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