
Zum heutigen Tag:
Heute leicht frustriert und das auf der 3. letzten Etappe!!!
Aber zuerst wieder einmal schön der Reihe nach.
Nachdem ich gestern bereits am Pointe du Raz war, konnte ich heute morgen diesen Zipfel getrost rechts liegen lassen.

Man entdeckt dann auch Orte und Dinge, die einem auf dem Zöllnerweg verborgen bleiben.
Wie diese Fisch Räucherei.


Am Anfang führte der Weg noch hoch über den Klippen durch und flachte dann immer mehr zum Meer ab. So war dann das tosende Meer für einmal sehr nah. Der Weg war leicht zu gehen ohne herausfordernde felsige Stellen.




Am Pointe du Mouton steht ein kleines einsames Häuschen. Dort traf ich auf ein Ehepaar aus Dijon, Gisele und Robert. Die beiden waren heute von Lescoff losgewandert, welches kurz vor Pointe du Raz liegt. Er erklärte mir dann man könne in der Hütte übernachten und so schauten wir uns gemeinsam die Hütte an. Einen Schlafsack und eine eigene Schlafmatte müsste man allerdings schon dabei haben.





Wie es so ist, kommt man ins Gespräch. Sie konnte etwas deutsch und ich etwas französisch, also ging das einigermassen mit der Verständigung. Ihr Auto hatten sie in Camaret-sur-Mer und sind offenbar von dort aus los. Ich fragte die beide wie weit sie denn etwa wandern pro Tag. Um meine Psyche zu schonen, hätte ich genau diese Frage besser nicht gestellt. Sie meinte so 20, 30 oder manchmal auch mehr Kilometer können es schon sein. Da habe ich zuerst mal leer geschluckt. Weil sie gar keinen Rucksack dabei hatte und er nur einen kleinen, nahm ich an sie würden auch die langen Strecken so zurücklegen. Aber weit gefehlt, nein sie hätten dann schon ihre vollgepackten Rucksäcke dabei. Auch nach bald 50 Etappen reichen mir 25 km und erst recht, wenn es rauf und runter geht. Etwas Eindruck konnte ich dann wenigstens mit meinen fast 50 Etappen machen, aber ich bin überzeugt die beiden würden es in der Hälfte machen. 🙄🙄🙄 Zum Schluss gab‘s dann noch ein Erinnerungsfoto. Sie meinte noch: Peut-être à bientôt.


Hey und kein Witz kurz darauf hatten sie mich auch schon eingeholt und überholten mich leichtfüssig. Ich hatte das Gefühl die schweben über den GR34. Und ich meinte zumindest sie ist doch ein paar Jährchen älter als ich. 🙄🙄🙄 Zwischendurch, wenn die beiden gerade mal ihre Wanderkarte studierten, überholte ich sie. Aber es ging nicht lange und sie düsten wieder im Sauseschritt an mir vorbei. So ging das noch ein paar mal hin und her. Da konnte man schon kurz mal frustriert sein. Irgendwann habe ich dann eine Pause gemacht und die beiden ziehen lassen.







Weil heute immer mal wieder der Wind wehte oder ein paar Wolken vorbeizogen, war es nicht so heiss und sehr angenehm zum Wandern.

So kam ich dann etwa um halb drei im Hafen von Audierne an und weil es da gerade ein schönes Beizli hatte, war das der ideale Zeitpunkt um etwas zu trinken. Und wer sitzt da und verdrückt einen Schinkenkäse Toast. Genau Gisele und Robert. So setzte ich mich zu ihnen und probierte zum ersten mal eine bretonische Cola – Breizh Cola. So plauderten wir noch etwas und sie erzählten mir, sie würden jetzt per Autostop zurück nach Lescoff. Das funktioniere ganz gut das hätten sie auch schon gemacht. So so ich war da weniger erfolgreich. An was das wohl liegt? 🤔 Und falls es nicht klappt, bin ich sicher laufen die locker zurück. 🙄

Robert wollte dann nochmals ein Foto von uns dreien und gab mir seine Visitenkarte falls ich mal in Dijon sei, könne ich gerne bei ihnen übernachten.



Offenbar ist Robert ursprünglich aus Russland. Erklärt auch wieso ich sein Französisch nicht so gut verstand.
Der letzte Satz auf der Visitenkarte trifft wohl nicht ganz auf ihn zu.
„Ich werde erschöpft über die Erde gehen.“




Eine lustige Begegnung war das heute. Meinen kleinen Wanderfrust habe ich dann am Abend mit zwei Bier runtergespült. Bin also wieder motiviert für die zwei letzten Etappen.
Und übrigens habe ich ganz in der Ferne nun tatsächlich den Phare Eckmühl gesehen. 🤗
Das ist ja eine interessante Begegnung. Es gubt schon sehr fitte Personen, zu denen du auch zählst, so viele Kilometer in den Füssen, das ist eine riesige Leistung. Liebe Grüsse Gaby