Von Pointe de l‘Arcouest nach Pleubian

Das Wetter meint es gerade gut mit mir und auch die Aussichten für die nächsten Tage sind gut mit angenehmen 16 bis 18 Grad. Wer nun meint nasse Füsse seien kein Thema mehr, hat sich getäuscht! Der Weg ist oft gesäumt von sehr nassem Gras und so braucht es keine 100 Meter und die Füsse werden auch ohne Regen nass. Dann kann ich mit mir selber wetten wo und wie lange es geht bis sich die erste Blase meldet. Mit Blasenpflaster ist das Problem aber jeweils schnell behoben.

Ein schöner Ort zum Pflaster montieren!

Bis nach Lézardrieux führte der Weg wie geplant auf dem GR34 und eigentlich wäre die heutige Etappe hier zu Ende gewesen, aber da hier keine Unterkunft zu finden war, bin ich weiter bis nach Kermagen, das zu Pleubian gehört. Diese Strecke habe ich jedoch nicht mehr auf dem Zöllnerweg zurückgelegt, das wäre viel zu weit gewesen. Auf kleinen Nebenstrassen habe ich dann mein Tagesziel direkt angesteuert. Waren dann immer noch 25 Kilometer. Im nördlichen Teil dieser Landzunge war ich bereits vor etwa zwei Jahren mit René. Wir haben damals eine kleine Wanderung zur Sillon de Talbert gemacht. Es ist eine etwa drei Kilometer lange Landzunge, die ins Meer hinausragt. Sie ist nur 35 Meter breit und besteht aus Steinen und Kiesel. Offenbar wurde sie durch zwei einander entgegenlaufende Strömungen gebildet. Die Sillon de Talbert kann man nur bei Ebbe erwandern und ist auch eher mühsam auf all den Steinen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich ziemlich geflucht habe. Also ein zweites Mal hätte ich das eh nicht mehr gemacht!!!

Sillon de Talbert

Neben der geologischen Begründung für die Bildung der Landzunge gibt es auch noch folgende aus der Sagenwelt:

Eine von ihnen besagt, dass Merlin diesen Weg geschaffen hat, indem er Millionen von Kieselsteinen aufschüttete, um zur Fee Viviane zu gelangen. Einer anderen zufolge soll sich Morgane auf der Insel Talbert in König Arthur verliebt haben: Um zu ihm zu gelangen, soll sie Steine in Richtung Küste geworfen haben, die sich in Millionen von Kieselsteinen verwandelten.

Hier noch ein paar Eindrücke von der heutigen Wanderung.

Die beiden suchen wohl nach Schnecken.
Kirche von Lézardrieux
Kirche von Pleubian – wer findet die 10 Unterschiede 😂
Abseits des GR34 sieht man dann ganz andere Dinge. Das Kabel liegt einfach so auf der Strasse!

Meine heutige Unterkunft ist in einem sogenannten Chambres d’hotes. Ein schönes Einfamilienhaus mit gepflegtem Garten und Hund.

Im Zimmer im ersten Stock erwartete mich ein Tablett mit Wasser, Caramelzältli und einem Pack Papiernastüechli (perfekt: meine sind nämlich aufgebraucht).

Zudem muss ich diese Nacht nicht alleine schlafen! Monsieur Teddybär teilt mit mir das Bett.😂

Nach einer Dusche und einem Nickerchen bin ich in den Garten, um den Blog zu schreiben. Da sass ein älterer Herr (80-jährig, wie er mir später erzählte). Er ist mit seiner Frau auch am Wandern in der Bretagne, allerdings lassen sie sich jeweils das Gepäck transportieren. Mit 80ig mehr als fair. Die beiden sind aus La Chaux-de-Fonds. Und so hatte ich ein sehr angenehmes Gespräch mit ihm über alles mögliche. Unterhalten haben wir uns mal auf französisch, mal auf deutsch und englisch.

Zu einem Chambres d’hotes gehört es dazu, dass neben dem Frühstück auch ein Nachtessen angeboten wird, wenn man das möchte. So sassen wir dann zu fünft beim Nachtessen, dass sehr fein war. Zur Vorspeise gab es Crevetten und danach Lachs mit Couscous und Ratatouille. Zu guter letzt noch Glace mit viel Rahm. Geplaudert wurde angeregt und wenn ich nicht immer alles verstanden habe, wurde es mir freundlicherweise vom Paar aus La Chaux-de-Fonds übersetzt. Nach den vielen Kilometern und der intensiven Konversation bin nun aber fix und foxi. Der Teddy und ich schlafen jetzt.

Bonne nuit!

2 comments

  1. Das sind ja meeega viele Kilometer, die du am Tag wanderst. Das ist eine riesige Leistung. Wie geht es den Schultern? und deinem Knie?
    Liebe Grüsse Gaby

  2. Liebe Yvonne. Schon ist wieder eine interessante Woche für dich vorbei. Die Uebernachtung in diesem Landhaus mit der liebevollen Bedienung und den netten Leuten tat deiner Seele gut. Es wäre schön, wenn Du noch einige Tage ausruhen könntest, aber eben das Abenteuer lockt. Dieser neue Hut, der steht Dir gut.»Bitte kennzeichne ihn», man weis nie, wem er auch noch gefällt. Schlaf gut und einen schönen Sonntag. Liebe Grüsse. Ursi und Bruno

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