

Meine gestrige Etappe hätte eigentlich in Porspoder enden sollen, aber da dort keine Unterkunft zu finden war, übernachtete ich in Portsall. Das hätte aber bedeutet, dass die heutige Etappe 34 km gewesen wäre. Das war mir eindeutig zu viel. Zumal es auch heute sehr schwül und heiss war. An einem Sonntag in einem kleinen Dorf in der Bretagne ein Taxi zu bekommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die arbeiten Sonntags nicht. Ich hab‘s dann mal mit Uber versucht. Das sah ganz vielversprechend aus. Es hiess dann es werden mir gleich die Kontaktdaten des Fahrers mitgeteilt. Ist ja super wie das funktioniert, dachte ich noch. Nach etwa 5 Minuten hiess es dann: sorry wir konnten leider keinen Fahrer für sie finden. Hätte ich mir ja denken können, hier ticken die Uhren noch anders. Ich fragte die Madame von der Unterkunft nochmals, ob sie niemanden privat kenne, der mich gegen Bezahlung ein Stück weit fahren würde. Aber auch das klappte nicht. Also musste schnell mal einen Plan B her. Ich habe dann beschlossen nicht auf dem GR34 sondern auf direktem Weg nach Porspoder zu laufen. Dort wusste ich , dass es ein grösseres Hotel hat und ich vielleicht von dort ein Taxi auftreiben kann. Zwischendurch versuchte ich es immer mal wieder mit Autostop, aber mich alte Schachtel nahm niemand mit. Im Hotel konnte sie mir dann tatsächlich ein Taxi organisieren, es sei in einer halben Stunde da, es dauerte dann zwei Stunden. 🙈😵💫



Mit dem Taxi fuhr ich dann bis Brélès, das ist am Ende des Aber Ildut. Von dort ging es dann den Aber entlang Richtung Meer.





Auf der Gegenüberliegenden Seite des Aber Ildut sieht man den Hafen von Lanildut, der grösste Seetanghafen Europas. Etwa 35000 Tonnen Seetang werden hier jährlich aus dem Meer geholt.

Zwischen Lanildut und der Ile Ouessant befindet sich das grösste Algengebiet Europas. Mehr als 300 Arten von Algen wurden dort festgestellt.

Die Verwendung von Algen ist sehr vielfältig, als Dünger, zur Gewinnung von Soda oder Jod, in der Kosmetikindustrie oder als Verdickungsmittel, das man als Lebensmittelzusatzstoff E 407a kennt. Angeblich werden auch Würste davon gemacht und natürlich das Algentartar, das man hier in der Gegend viel antrifft.
Und für die Gin Liebhaber: In Donegal, Irland gibt es die Sliabh Liag Distillery. Sie stellen den An Dúlamán Irish Maritime Gin her, der mit Algen gemacht wird. Soll angeblich sehr gut sein. 😉
Als ich gerade mal wieder auf meinem App nach einer Abkürzung suchte, kam ein älterer Monsieur mit dem E-Bike daher.

Wie man auf dem Foto sieht, war das etwas schwierig hier mit dem E-Bike durch zukommen. Er probierte verschiedene Arten um diese Pfosten herumzukommen, aber es wollte einfach nicht klappen. Da kam sein Frau von hinten und zeigte ihm wie‘s geht. Elegant neigte sie ihr Velo und schob es mühelos untendurch. Voilà 💁🏻♀️
Ich sagte zu ihm: „Votre femme est très intelligente.“ Er schaute mich verdutzt an, lachte kurz und wünschte mir „bonne journée“. Le Monsieur war, glaube ich nicht so amusé ob meiner Bemerkung. 💁🏻♀️ Tja manchmal gibt’s halt schwierige Tage im Leben. Meiner war heute auch nicht ganz einfach. 😂
Bin heute in einer privaten Unterkunft – wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich die Hühner „ume hühnere“.




Wunderschöne Bilder, prachtvolle Landschaften, unvergessliche Begegnungen und viel Zeit zum Nachdenken. Geniesse es weiterhin – auch wenn es nicht immer einfach ist, aber genau diese Erlebnisse bleiben. Danke für das Teilhaben.
Liebe Grüsse aus dem hohen Norden von Agnes
Schöne Fotos diese Erlebnisse die du jeweils machst werden dir immer bleiben.Ernst und ich schmunzelten.Wir wünschen dir weiterhin schöne Erlebnse.
Liebe Grüsse
Edith und Ernst