Von Raguénez nach Pont-Aven

Nachdem der gestrige Sonnenuntergang ausgeblieben ist, wurde ich heute dafür mit einem Sonnenaufgang begrüsst. Man sollte sich allerdings nicht davon täuschen lassen. 

Sie kam und wurde lange nicht mehr gesehen.

Nach einem wunderbaren Frühstück bin ich heute gut genährt erst kurz vor 10:00 Uhr los. Der Himmel war bewölkt und Regen war auch zu erwarten. 

Zuerst musste ich allerdings noch den schönen Garten von Ar Men Du fotografisch festhalten. 

Schon bald wurde ich von einem Herrn im Stechschritt überholt, gefolgt von seiner Frau. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob ihr dieses Tempo auch behagte. 

Irgendwann sah ich sie dann am Hang gegenüber, sie war gerade mit Fotografieren beschäftigt. Von ihm keine Spur!!!

Und weg ist er!

Die unterschiedliche Wandergeschwindigkeit scheint bei vielen Paaren ein Thema zu sein. Habe aber von Paaren gehört, bei denen die Frau vorauseilt. Liebe Grüsse an Sandra und Martin. 😉😂

Ich war eher wie diese Schnecke unterwegs. Musste ich doch immer wieder die Aussicht bestaunen und natürlich auch fotografieren. 

Plage de Tahiti
Blick zurück zum Ar Men Du
Blau in allen Schattierungen

Als es dann schon bald recht heftig begann zu regnen, legte auch ich einen Zacken zu. 

Im Gegensatz zu gestern ging es heute immer mal rauf und runter, zügiges wandern war eher schwierig. 

Zum Glück haben sie hier Agraffen reingeschlag, damit man nicht ausrutscht.

Ich war nicht die einzige, die dem Regen trotzte. 

In Port Manec‘h vermutete ich ein weiteres Mosaikauge, aber ich konnte es beim besten Willen nicht finden. Obwohl es gerade so richtig übel regnete, habe ich die Hafenmauern zweimal abgesucht, aber leider nix gefunden. 

Tja man kann nicht immer Glück haben, aber gewurmt hat es mich schon. 

Phare Manec‘h

Nun ging es der Aven entlang landeinwärts und der Weg führte durch einen märchenhaften Wald. So war ich vom Regen geschützt und das Wandern war wieder etwas entspannter. 

Ein paar Eindrücke von diesem schönen Wald.

Baum mit Durchblick

Da kam mir doch tatsächlich dieser Monsieur mit Velo entgegen!

Guter Mann das ist definitiv kein Veloweg. Ich würde es mal mit wandern versuchen. Das von seiner Frau musste er auch noch runterschleppen. Wenn der wüsste, dass es noch eine Weile dauert bis sein Velo wieder ihn trägt und nicht umgekehrt. 

Ganz unverhofft kam ich kurz vor Pont-Aven an dieser Huitres Bar vorbei. Alle Austern Liebhaber werden verstehen, dass man da nicht einfach vorbei laufen kann. Also nichts wie rein! Hunger hatte ich zwar nicht, aber Huitres sind ja auch nicht für den Hunger. 😉

Sie waren herrlich. Und das Gläschen Weisswein gibt es einfach dazu. Es war ja nicht mehr weit. 

Eine treffende Beschreibung von Austern, die ich irgendwo mal gelesen habe.

«Eine rohe Auster zu geniessen, ist wie eine kurze Reise ans Meer. Der herrliche Geschmack, die Salzigkeit und Frische: Man hört während des Essens das Meeresrauschen und trinkt man Champagner dazu, ist dieser wie die Gischt der Wellen.»

Austern Liebhaber werden dem sicher zustimmen. 🦪

Gleich daneben befand sich diese alte Mühle.

Auf den letzten Kilometern nach Pont-Aven zeigte sich dann endlich die Sonne wieder. 

Blauer Himmel – gelber Ginster

Pont Aven liegt an der Flussmündung des gleichnamigen Flusses Aven. Die Flussmündung liegt allerdings 11 km landeinwärts, d.h. morgen geht es wieder auf der anderen Seite der Flussmündung Richtung Meer. Tja das ist wandern in der Bretagne!!!

Pont-Aven ist ein sehr touristisches Städtchen und dank Paul Gauguin, der im 19. Jahrhundert hier mehrmals die Sommermonate verbrachte, voll von Gallerien. Viele seiner berühmtesten Werke entstanden in Pont Aven. Dass dieser idyllische Ort den Maler inspirierte, kann man sich gut vorstellen. 

In meiner Unterkunft wurde ich sehr freundlich empfangen. Madame kann sogar etwas deutsch. Das Zimmer ist im dritten Stock OHNE LIFT! Genau was man braucht nach 20 km wandern. 🙄

Im dritten Stock mit Aussicht auf Pont-Aven

Frisch geduscht, habe ich mich dann auf die Suche nach dem 👁️ von Pont Aven gemacht.  War nicht ganz einfach, hat diesmal aber geklappt. 

Nachtrag noch zu gestern:

Bei Trévignon habe ich dieses Ehepaar gesehen. Schön, wenn man an einem solchen Ort gemeinsam den Lebensabend geniessen kann. René wir müssen uns unbedingt die Haare wachsen lassen! 😉😂

😍

Wetterbericht für morgen:

Ja bravo 🙄 aber Sonne in Sicht

Bonne nuit 🤗🥾🥾

2 comments

  1. Danke für die Grüssse, musste beim lesen Schmunzeln und dann noch das mit dem Herrn mit Velo.
    Beim East Coast Trail habe ich es auch geschafft, nicht voraus zu eilen, da die Landschaft einfach unbeschreiblich war😆.
    Denke in der Bretagne würde mir dies auch gelingen 😄.

  2. Salü Yvonne
    Diese Etappen mit Austern-Stopps machen mich sehr «gluschtig».
    Die Beschreibungen deiner Erlebnisse und Fotos gefallen mir sehr gut! Ich bin allerdings mit dem Lesen und Betrachten etwas im Rückstand…
    Weiterhin viele schöne An- und Aussichten, tolle Erlebnisse und feine «Zvieris» wünsche ich dir aus HüSee
    Willy

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